Interessante Ergebnisse 2017

Im Vergleich zu 2014 und 2015 ist die Sorge um das Gemeinwohl 2017 in der Schweiz deutlich gestiegen. 73 von 100 Befragten sind eher bis sehr besorgt, dass dem Gemeinwohl in der Schweiz zu wenig Beachtung geschenkt wird (im Vergleich dazu 2015: 65% und 2014: 68%). 92 von 100 Befragten vertreten dabei die Meinung, dass privatwirtschaftliche Unternehmen in der Verantwortung stehen, zum Gemeinwohl beizutragen. Dies steht im Gegensatz zum derzeitigen Revival des Shareholder-Value Gedankens, siehe Kommentar von Sergio Aiolfi in der NZZ vom 29. Juli 2017.

Aus Arbeitgebersicht dürfte interessant sein, dass 81 von 100 Befragten tendenziell bereit sind, Gehaltseinbussen in Kauf zu nehmen, um in einer Organisation zu arbeiten, die das Gemeinwohl hochhält (2015: 76 %; 2014: 71 %). Hinzu kommt die Konsumentensicht: Offensichtlich würde eine Gemeinwohlorientierung auch beim Einkaufen zum Tragen kommen. So geben 85 von 100 Befragten an, gemeinwohlförderliche Produkte zu bevorzugen und dafür tendenziell mehr ausgeben zu wollen (2015: 86 % und 2014: 74 %) – 19 von 100 Befragten sogar mehr als 10 %.

Auf den Punkt

#1 86 von 100 Befragten geben an, eine klare Vorstellung davon zu haben, was Gemeinwohl bedeutet.

#2 95 von 100 Befragten glauben durch ihr eigenes Verhalten einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten.

#3 Die Banken- und Medienbranche wird den Erwartungen der Schweizer Bevölkerung zum Gemeinwohl am wenigsten gerecht.

#4 Frauen arbeiten lieber in Organisationen, die das Gemeinwohl hochhalten, selbst wenn sie weniger verdienen würden.

#5 Befragte in der Westschweiz und in der italienischsprachigen Schweiz sind am meisten besorgt, dass dem Gemeinwohl in der Schweiz zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Der Anstieg in der Sorge um das Gemeinwohl verdeutlicht dessen zunehmende Relevanz für die Bevölkerung in der Schweiz. Dies steht möglicherweise im Zusammenhang mit aktuellen Entwicklungen in und ausserhalb der Schweiz. Fest steht, dass der Grossteil der Schweizer Bevölkerung die Privatunternehmen aber auch sich selbst in der Verantwortung sieht, Abhilfe zu leisten. Damit wird Gemeinwohl zu einem gesamtgesellschaftlichen Phänomen, indem eine Angleichung des Wirkens von Organisationen und den Werten und Bedürfnissen der breiten Gesellschaft notwendig wird.

Video-Projekt von Studierenden der Universität St.Gallen