Stichprobe

GemeinwohlAtlas 2017:
2017 wurden insgesamt 14502 Personen im Alter zwischen 18 und 92 Jahren, die in der Schweiz leben, befragt. 2017 umfasste die Befragung neben der deutschsprachigen Schweiz erstmals auch die französisch- und italienischsprachigen Teile der Schweiz.

GemeinwohlAtlas 2015:
In 2015 wurden insgesamt 5052 Personen im Alter zwischen 18 und 90 Jahren, die in der deutschsprachigen Schweiz wohnen, befragt.

GemeinwohlAtlas 2014:
Die Datenerhebung in 2014 umfasste insgesamt 4483 Personen im Alter zwischen 18 und 88 Jahren mit Wohnsitz in der deutschsprachigen Schweiz. 

Kannten die Befragten mindestens drei der aufgelisteten Organisationen, wurden sie aufgefordert, für einzelne, randomisiert ausgewählte Organisationen den Beitrag zum Gemeinwohl in den vier Dimensionen Lebensqualität, Aufgabenerfüllung, Zusammenhalt und Moral zu bewerten. Beide Stichproben wurden als proportional geschichtete Zufallsauswahl gezogen; die Schichtung erfolgte bevölkerungsrepräsentativ (gemäss aktuellen Daten des Bundesamts für Statistik) nach Geschlecht, Alter, Bildungsniveau und Wohnregion. Unterschiedliche Rücklaufquoten in verschiedenen Schichten wurden im Laufe der Untersuchung überwacht und durch zusätzliche disproportional geschichtete Zufallsstichproben ausgeglichen. Aufgrund von fragebogenspezifischen Screening-Kriterien kam es zu geringen Abweichungen der Repräsentativverteilung in Bezug auf das Alter von ± 3 Prozent und in Bezug auf die Wohnregion von ± 4 Prozent. Die Quoten hinsichtlich Geschlecht und Schulbildung konnten ohne Abweichung eingehalten werden (Abweichung in 2014: Alter ± 3 Prozent, Wohnregion und Schulbildung ± 5 Prozent).

Bei den Befragten handelt es sich um registrierte Teilnehmer des Online-Panels des Marktforschungsinstituts intervista, das über 75.000 registrierte Teilnehmer in der Schweiz verfügt und stetigen Qualitätskontrollen unterliegt.

Auswahl untersuchter Organisationen

Die Auswahl der untersuchten Unternehmen und Organisationen erfolgte in zwei Schritten.
Im ersten Schritt wurde anhand bestimmter Kriterien, wie z.B. dem Umsatz oder der Auflagenhöhe (bei Medien), eine Liste der bedeutendsten Unternehmen und Organisationen erstellt. Im zweiten Schritt liessen wir die ausgewählten Unternehmen und Organisationen von einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe auf ihre Bekanntheit hin bewerten. Nur die bekanntesten Organisationen wurden in die Hauptbefragung aufgenommen und sind Bestandteil des GemeinwohlAtlas.

Schritt 1: Zusammenstellung bedeutender Organisationen

Bei den ausgewählten Organisationen für die Datenerhebung in 2014 handelte es sich um die grössten und bekanntesten Schweizer Unternehmen, Banken, Versicherungen und Genossenschaften.
Darunter waren die 50 umsatzstärksten Schweizer Unternehmen, alle SMI (Swiss Market Index) kotierten Unternehmen, sowie die zehn grössten Versicherungen, Banken und Genossenschaften in der Schweiz (insgesamt 79 Organisationen).
Darüber hinaus wurden zusätzlich folgende Medien, NGOs und Organisationen des öffentlichen Sektors in die Befragung aufgenommen: Schweizer Radio und Fernsehen, Blick, NZZ, Schweizer Armee, Schweizerisches Rotes Kreuz und WWF.

Im Vergleich zu 2014 kamen im Jahr 2015 in die Liste für die Bekanntheitsabfrage die 50 international wertvollsten Marken (Studie Brand Finance) hinzu. Darüber hinaus wurde die Liste um die zehn grössten Schweizer Familienunternehmen und Hilfswerke der Entwicklungszusammenarbeit (aidrating.ch), gemessen am Umsatz, um die Medien mit der grössten Reichweite innerhalb der deutschsprachigen Schweiz sowie um Verbände und Organisationen des öffentlichen Sektors (z.B. Spitex, TCS, Rega, Bundesamt für Polizei) ergänzt.

In 2017 wurden die herangezogenen Quellen aktualisiert. Hierdurch ergaben sich leichte Änderungen im Vergleich zu der Vorauswahl in 2015. Enthalten waren alle SMI (Swiss Market Index) kotierten Unternehmen, die 50 umsatzstärksten Schweizer Unternehmen (Daten Segmentas, abgerufen im August 2016), 11 der international wertvollsten Marken in 2016 (Studie Brand Finance), die 15 grössten Banken in der Schweiz nach Bilanzsumme (Daten statista), die 7 grössten Schadensversicherungen (Daten statista) und Krankenversicherungen (Daten Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA)) in der Schweiz nach Marktanteil, den 17 grössten Familienunternehmen in der Schweiz (Daten familybusinessindex), die 10 grössten Genossenschaften in der Schweiz (Daten BILANZ), 15 NGOs mit der grössten Einnahmenentwicklung, 13 Organisationen des öffentlichen Sektors, die 6 Fussballvereine der Super League Schweiz in der Saison 2015/2016 mit dem höchsten Zuschauerschnitt (Daten statista), die 10 Tageszeitungen mit der höchsten durchschnittlichen Auflage in der Schweiz (Daten statista), die führenden Unternehmen im Detailhandel in der Schweiz nach Umsatz (Daten statista), die evangelische Kirche in der Schweiz, die römisch-katholische Kirche in der Schweiz, wichtige digitale Organisationen und bedeutende Organisationen aus der französisch- sowie italienisch-sprachigen Schweiz.

Schritt 2: Bekanntheitsabfrage

Lediglich die bekanntesten Unternehmen und Organisationen wurden in die Hauptbefragung aufgenommen. Um diese zu identifizieren, liessen wir in einer Voruntersuchung die Bekanntheit der grössten und bedeutendsten Unternehmen in der Schweiz bewerten. 2017 nahmen insgesamt 501 Personen teil (250 Bewertungen pro Organisation). Im Jahr 2015 nahmen insgesamt 465 Personen (mind. 200 Bewertungen pro (inter-)nationale Organisation, mind. 50 Bewertungen pro kantonale Organisation im Kanton St.Gallen) an der Bekanntheitsabfrage teil, im Jahr 2014 insgesamt 800 Personen.

Datenerhebung

Befragungszeitraum

GemeinwohlAtlas 2017: Die anonyme Befragung erfolgte über einen Zeitraum von ca. fünf Wochen im Mai/Juni 2017.

GemeinwohlAtlas 2015: Die anonyme Befragung erfolgte über einen Zeitraum von vier Wochen im Juni/Juli 2015.

GemeinwohlAtlas 2014: 
Die Befragung erfolgte anonym über drei Wochen im Februar/März 2014. 

Fragebogen

In einem Online-Fragebogen konnten Items auf einer Likert-Skala von 1 bis 6 bewertet werden (z.B. Stimmen Sie der folgenden Aussage zu oder lehnen Sie diese ab? Die/der (jeweilige Organisation) verhält sich anständig. 1 = lehne ab; 6 = stimme zu).

Pretests

Der Online-Fragebogen wurde einem Pretest unterzogen, um die durchschnittliche Bearbeitungszeit zu ermitteln und die Verständlichkeit der Formulierungen zu überprüfen. Neben einer quantitativen Erhebung wurde auch ein qualitativer Beobachtungs-Pretests durchgeführt, in dem die Reaktionen der Befragten bei der Bearbeitung des Fragebogens dokumentiert wurden.

Pretest-Stichprobe GemeinwohlAtlas 2017:
Insgesamt 128 Personen.

Pretest-Stichprobe GemeinwohlAtlas 2015:
Insgesamt 100 Personen.

Pretest-Stichprobe GemeinwohlAtlas 2014: 
Insgesamt 65 Personen.

Bekanntheit

Befragte konnten Organisationen in der Hauptbefragung nur dann bewerten, wenn sie ihnen ausreichend bekannt waren (Item: Hier sehen Sie nun einen Liste von einigen Schweizer und internationalen Unternehmen und Organisationen. Wie gut kennen Sie diese Unternehmen und Organisationen? Bitte nutzen Sie für Ihre Antwort die untenstehende Skala, wobei 1 bedeutet, Sie kennen das Unternehmen/Organisation gar nicht und können dazu keine Meinung abgeben. 6 bedeutet Sie kennen das Unternehmen/Organisation und haben eine Meinung dazu. Mit den Werten von 2 bis 5 können Sie Ihre Antwort abstufen).
Zu Beginn der Erhebung wurden die Studienteilnehmer aufgefordert, auf einer Skala von 1-6 zu bewerten, wie gut sie die einzelnen Organisationen kennen. Nur Teilnehmer, die bei der Bekanntheit den Wert 4 oder mehr angekreuzt haben, wurden aufgefordert, den Gemeinwohlbeitrag der Organisationen zu bewerten. 

Gemeinwohlbeitrag

Waren die Organisationen ausreichend bekannt, erhielten die Studienteilnehmer eine Auswahl von bis zu sechs Organisationen zur Bewertung des Gemeinwohlbeitrags. 

Die Messung des Gemeinwohlbeitrags erfolgte in den vier Dimensionen Aufgabenerfüllung, Zusammenhalt, Lebensqualität und Moral:

  • Aufgabenerfüllung: Die/Der jeweilige Organisation leistet im Kerngeschäft gute Arbeit.
  • Zusammenhalt: Die/Der jeweilige Organisation trägt zum Zusammenhalt in der Schweiz bei.
  • Lebensqualität: Die/Der jeweilige Organisation trägt zur Lebensqualität in der Schweiz bei.
  • Moral: Die/Der jeweilige Organisation verhält sich anständig.

Die Messung des Gemeinwohlbeitrags anhand von Single-Item-Measures basiert auf Ergebnissen aus früheren Studien (siehe dazu Meynhardt und Bartholomes, 2011 sowie Strathoff und Bilolo, 2014).

Datenauswertung

Scorebildung

Der Gemeinwohl-Score gibt Auskunft darüber, wie der Beitrag von Organisationen zum Gemeinwohl von der Schweizer Bevölkerung wahrgenommen wird. Er berechnet sich aus dem ungewichteten Durchschnitt der Bewertungen in den vier Gemeinwohl-Dimensionen. Organisationen, die insgesamt gut abgeschnitten haben, weisen in allen vier Dimensionen einen hohen Wertbeitrag auf.

Jede der 106 Organisationen wurde 2017 von mindestens 770 in der Schweiz lebenden Personen bewertet. Damit stieg 2017 die Anzahl der Befragten im Vergleich zu 2015 (mind. 227 Personen) und 2014 (mind. 300 Personen) deutlich an. Zusätzlich und wurde die Befragung auf die gesamte Schweiz ausgeweitet (2015 und 2014 auf Deutschschweiz limitiert).

Die Gemeinwohl-Scores bewegen sich 2017 zwischen den Werten 5.56 und 2.43 (2015: zwischen 5.41 und 2.87; 2014: zwischen 5.39 und 2.64). Diese Werte sind für die untersuchte Stichprobe, d.h. die befragten Personen, gültig bzw. „wahr“. Möchte man allerdings auf dahinterliegende „wahre Werte“ schliessen, die für eine gesamte Population gelten können, muss man sich eines statistischen Hilfsmittels bedienen – dem Konfidenzintervall. Das Konfidenzintervall gibt einen Bereich bzw. ein Intervall an, auf dem der „wahre“ Wert mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit liegt. Damit wird man der Schwankung bzw. Varianz in den Antworten und der Anzahl befragter Personen gerecht. Für die Einteilung der Gruppen wurde ein Konfidenzintervall mit dem Konfidenzniveau von 99.9% festgelegt. Dies bedeutet, dass wir zu 99.9% davon ausgehen können, dass der „wahre“ Wert sich innerhalb des ermittelten Wertebereiches zwischen der oberen und unteren Grenze des Intervalls befindet. Je höher man das Konfidenzniveau wählt und damit das Risiko einer Fehleinschätzung mindert, desto breiter wird das Intervall. Dieses Konfidenzintervall wird für jede Organisation neu berechnet, da sie sich in ihren Charakteristika unterscheiden: Der Anzahl befragter Personen, der Varianz bzw. Standardabweichung und dem Mittelwert.

Gruppeneinteilung

Das gleiche Prinzip des Konfidenzintervalls wurde auch für den Mittelwert aller Organisationen angewendet, der die Grundlage für die Einteilung der Organisation bildet. Die Begründung liegt darin, dass auch dieser Mittelwert geschätzt ist, und abhängig von den Schwankungen der Mittelwerte der Organisationen ebenso schwankt.

Eine Organisation gelangt demnach in die Spitzengruppe, wenn der niedrigste Wert ihres Konfidenzintervalls über dem höchsten Wert des Konfidenzintervalls des Mittelwertes aller Organisationen liegt. Denn nur dann können wir behaupten, dass der Mittelwert der jeweiligen Organisation zu 99.9% über dem Mittelwert aller Organisationen liegt. Hierdurch kann es mitunter passieren, dass eine Organisation zwar einen höheren Mittelwert hat, aber im Vergleich zu Organisationen der Spitzengruppe mit niedrigerem Wert nicht in diese Gruppe kommt, da die Schwankung der Antworten und damit das Konfidenzintervall zu gross sind. Dann überschneiden sich die Konfidenzintervalle der Organisation und die des Mittelwertes aller Organisationen.

Im umgekehrten Fall gelangt eine Organisation in die Gruppe der Geforderten, wenn der höchste Wert ihres Konfidenzintervalls unterhalb des niedrigsten Wertes des Konfidenzintervalls des Mittelwertes aller Organisationen liegt. Mehr Infos hierzu in den FAQ.

Limitationen

Der GemeinwohlAtlas zeigt die grössten und bekanntesten internationalen und überregionalen Unternehmen in der Schweiz sowie weitere ausgewählte Organisationen. Damit stellt er nur einen Ausschnitt aller in der Schweiz bedeutenden Organisationen dar.

Bei den Ergebnissen des GemeinwohlAtlas handelt es sich um eine Momentaufnahme. Vergleiche zwischen den Ergebnissen des GemeinwohlAtlas 2017 und den Ergebnissen der Vorjahre erlauben erste Schlussfolgerungen hinsichtlich der Entwicklung des Gemeinwohlbeitrags einzelner Organisation im Zeitverlauf. Es wird interessant sein, die Entwicklung in nachfolgenden Datenerhebungen über weitere Messzeitpunkte hinweg zu beobachten.
Es ist zu beachten, dass sich die Ergebnisse auf einen spezifischen kulturellen Kontext beziehen. Zum Beispiel kann der Beitrag zum Gemeinwohl von Organisationen, die international tätig sind, in anderen Ländern und Kulturkreisen anders eingeschätzt werden. Vergleiche mit anderen Kulturkreisen sind nur bei Durchführung der Studie in anderen Ländern möglich.
In 2015 Jahr wurde die Studie erstmals auch in Deutschland durchgeführt und am 30. Oktober 2015 veröffentlicht. Den GemeinwohlAtlas Deutschland können Sie hier einsehen.